KI-Nutzung offenlegen heißt, in deiner Arbeit transparent anzugeben, welche KI-Werkzeuge du wofür und in welchem Umfang eingesetzt hast. Das geschieht meist in einem kurzen Absatz, in der Eigenständigkeitserklärung oder in einem eigenen Verzeichnis. Viele Hochschulen erlauben KI als Hilfsmittel, verlangen aber genau diese Angabe.
Das Problem: Kaum jemand weiß, wie so ein Satz konkret aussehen soll. Zu vage („KI wurde verwendet“) hilft niemandem, zu ausführlich wirkt verdächtig. In diesem Artikel findest du Formulierungsbeispiele für die häufigsten Nutzungsarten, eine Vorlage für ein KI-Verzeichnis und einen Ablauf in fünf Schritten. Eine wichtige Vorbemerkung: Maßgeblich sind immer die Regeln deiner Hochschule, deines Instituts und deiner Lehrveranstaltung. Die Beispiele hier sind Vorlagen, keine Rechtsberatung.
Warum offenlegen?
Der wichtigste Grund ist einfach: Du versicherst mit deiner Unterschrift unter der Eigenständigkeitserklärung, dass du alle Hilfsmittel angegeben hast. KI-Werkzeuge gelten an vielen Hochschulen als solche Hilfsmittel. Wer sie verschweigt, riskiert im schlimmsten Fall, dass die Arbeit als Täuschungsversuch gewertet wird, auch wenn die KI nur Formulierungen geglättet hat.
Auch in der Forschung ist Transparenz der Standard. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat im September 2023 in einer Stellungnahme festgehalten, dass Forschende offenlegen sollten, ob und welche generativen Modelle sie zu welchem Zweck und in welchem Umfang eingesetzt haben, und dass nur verantwortlich handelnde Menschen als Autorinnen und Autoren auftreten können (DFG, Pressemitteilung Nr. 39 vom 21. September 2023). Diese drei Fragen, welches Werkzeug, wofür, in welchem Umfang, sind auch für eine Hausarbeit ein gutes Gerüst.
Und noch ein praktischer Punkt: Eine genaue, konkrete Angabe schützt dich. Wenn später jemand fragt, wie dein Text entstanden ist, kannst du auf deine Erklärung verweisen. Auf KI-Detektoren solltest du dich in keine Richtung verlassen: Ihr Ergebnis ist eine Schätzung, kein Beweis (unser KI-Stil-Check sagt das deshalb ausdrücklich dazu).
Was Hochschulen typischerweise verlangen
Die Regeln unterscheiden sich stark, selbst innerhalb einer Hochschule zwischen Fakultäten. In den Richtlinien deutschsprachiger Hochschulen tauchen aber immer wieder dieselben Bausteine auf:
- Erweiterte Eigenständigkeitserklärung: Die klassische Erklärung wird um einen Satz ergänzt, dass KI-Werkzeuge entweder nicht oder nur wie angegeben genutzt wurden.
- Angabe von Werkzeug und Zweck: Welches Tool (Name, oft auch Version oder Zeitraum) und wofür, etwa Recherche, Gliederung, Formulierung, Übersetzung oder Korrektur.
- KI-Verzeichnis oder Tabelle: Bei umfangreicherer Nutzung eine Übersicht im Anhang, teils mit den verwendeten Prompts.
- Kennzeichnung im Text: Wenn du KI-Ausgaben wörtlich übernimmst, was viele Richtlinien nur ausnahmsweise erlauben, werden sie wie ein Zitat gekennzeichnet.
- Verbote für bestimmte Leistungen: Manche Prüfungen, etwa Klausuren oder bestimmte Abschlussarbeiten, schließen KI ganz aus. Dann hilft keine Offenlegung.
Wo du die Regeln findest: in der Prüfungsordnung, auf den Seiten deines Instituts oder Prüfungsamts, im Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten deines Fachs und oft im Moodle- oder ILIAS-Kurs der Lehrveranstaltung. Wenn sich nichts findet, frag deine Betreuerin oder deinen Betreuer, am besten per E-Mail, damit du die Antwort schriftlich hast.
Formulierungsbeispiele nach Nutzungsart
Die folgenden Sätze kannst du als Ausgangspunkt nehmen. Ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern und streiche, was nicht zutrifft. Je genauer, desto besser.
Nur Rechtschreibung und Grammatik
Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung dieser Arbeit habe ich mit dem KI-Werkzeug [Name] prüfen lassen. Inhalt, Aufbau und Formulierungen stammen von mir.
Sprachliche Überarbeitung eigener Entwürfe
Einzelne Abschnitte (Kapitel [x] und [y]) habe ich selbst entworfen und anschließend mit [Name] sprachlich überarbeiten lassen. Ich habe alle Vorschläge geprüft, teilweise verworfen und trage die Verantwortung für den Text.
Umformulieren von Passagen
Einzelne Passagen habe ich mit [Name] umformuliert. Die zugrunde liegenden Gedanken und Quellen habe ich selbst ausgewählt und angegeben; jede Umformulierung habe ich mit dem Original abgeglichen.
Ideenfindung und Gliederung
Zur Ideenfindung und für einen ersten Gliederungsentwurf habe ich [Name] genutzt. Die endgültige Gliederung, die Literaturauswahl und den gesamten Text habe ich selbst erarbeitet.
Übersetzung von Quellen
Fremdsprachige Quellen ([Sprache]) habe ich mithilfe von [Name] für mein Verständnis übersetzen lassen. Zitate und Paraphrasen beziehen sich auf die Originalquellen, die ich selbst geprüft habe.
Keine Nutzung
Bei der Erstellung dieser Arbeit habe ich keine KI-Werkzeuge zur Generierung oder Überarbeitung von Text verwendet.
Achte darauf, dass die Erklärung stimmt. Wer „nur Korrektur“ schreibt, aber ganze Absätze generieren ließ, hat nichts gewonnen. Lieber eine Spur zu genau als zu knapp.
Beispiel für ein KI-Verzeichnis
Bei umfangreicher Nutzung oder wenn deine Hochschule es verlangt, gehört eine Übersicht in den Anhang. Ein einfaches Format, das sich an den üblichen Vorgaben orientiert:
| Werkzeug | Einsatzzweck | Betroffene Teile | Art der Nutzung |
|---|---|---|---|
| [Chatbot, Version, Monat/Jahr] | Ideensammlung zur Fragestellung | Einleitung (Vorarbeit) | Anregungen, kein übernommener Text |
| [Übersetzungstool] | Übersetzung einer englischen Studie | Kapitel 2.3 | Verständnishilfe, zitiert wird das Original |
| [Schreibwerkzeug] | Sprachliche Überarbeitung eigener Entwürfe | Kapitel 3 und 4 | Vorschläge geprüft und teilweise übernommen |
| [Korrekturwerkzeug] | Rechtschreibung und Zeichensetzung | Gesamte Arbeit | Korrekturen einzeln geprüft |
Manche Lehrende wollen zusätzlich die Prompts sehen. Dann speicherst du die Verläufe am besten schon während der Arbeit, statt sie am Ende zu rekonstruieren.
KI-Ausgaben zitieren
Offenlegen und Zitieren sind zwei verschiedene Dinge. Die Offenlegung beschreibt, wie du gearbeitet hast. Ein Zitat brauchst du, wenn du eine KI-Ausgabe wörtlich oder sinngemäß als Aussage in den Text übernimmst. Viele Hochschulen raten davon ab, weil eine KI-Ausgabe keine überprüfbare Fachquelle ist: Für Fakten zitierst du die Originalquelle, nicht den Chatbot.
Wenn eine KI-Ausgabe selbst Gegenstand deiner Arbeit ist, etwa in einer Analyse von Chatbot-Antworten, richte dich nach dem Zitierstil deines Fachs. Die American Psychological Association hat für den APA-Stil eigene Hinweise veröffentlicht und seither überarbeitet (APA Style Blog, englisch). Viele deutsche Fächer nutzen aber eigene Zitierweisen, deshalb hat der Leitfaden deines Instituts Vorrang.
In fünf Schritten zur sauberen Erklärung
- Regeln klären, bevor du anfängst. Prüfungsordnung, Institutsleitfaden und Kursseite lesen. Unklar? Nachfragen.
- Während der Arbeit mitschreiben. Notiere in einer einfachen Liste Werkzeug, Datum, Zweck und betroffenen Abschnitt. Später fällt dir das nicht mehr vollständig ein.
- Inhalte selbst prüfen. Jede Zahl, jede Quelle, jede Behauptung aus einer KI-Ausgabe gegenprüfen. KI-Werkzeuge erfinden gelegentlich Quellen, die es nicht gibt.
- Erklärung formulieren. Einen passenden Satz aus den Beispielen oben nehmen, an deine Arbeit anpassen und bei Bedarf ein KI-Verzeichnis anlegen.
- Konsistenz prüfen. Stimmen Erklärung, Verzeichnis und Eigenständigkeitserklärung überein? Steht nirgends etwas anderes?
Der Formulierungsvorschlag in humai
Wenn du humai nutzt, musst du nicht bei null anfangen. Bei den Ergebnissen findest du den Bereich „KI-Nutzung offenlegen“ mit einem Formulierungsvorschlag, der zum verwendeten Werkzeug passt: für den Humanizer, für Text umformulieren und für die Korrektur. Du kopierst den Satz mit einem Klick und passt ihn an deine Arbeit an. Zum Beispiel lautet der Vorschlag für die Korrektur:
Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung dieses Textes habe ich mit dem KI-Werkzeug humai (gethumai.com) prüfen lassen. Inhalt und Formulierungen stammen von mir.
Außerdem steht direkt am Tool der Hinweis, dass du ein KI-System nutzt. Das sieht die europäische KI-Verordnung für solche Anwendungen vor (Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 50).
humai ist ein Schreibwerkzeug und nicht dafür gedacht, fremde Arbeit als eigene auszugeben oder Prüfungsregeln auszuhebeln. Der Vorschlag ist nur ein Startpunkt. Ob und wie du KI nutzen darfst, entscheidet deine Hochschule. Wenn du dich vorher genauer mit dem Umformulieren befassen willst, hilft dir unsere Anleitung Text umformulieren: So geht’s richtig.