Eine Abschlussarbeit liest du am besten in mehreren Durchgängen Korrektur: erst Inhalt und Aufbau, dann Zitate und Belege, dann der wissenschaftliche Stil, zuletzt Rechtschreibung und Zeichensetzung. Wer alles in einem Durchgang erledigen will, übersieht vieles, weil der Kopf beim Lesen des eigenen Textes ergänzt, was er erwartet.
Dieser Artikel gilt für Bachelorarbeit und Masterarbeit genauso wie für die Hausarbeit. Du findest hier die typischen Fehler, die Stilregeln mit Beispielen und den Ablauf mit dem Modus „Abschlussarbeit“ unter Text verbessern.
Korrektur oder Lektorat: Was ist erlaubt?
Eine Korrektur behebt Fehler in Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Ein Lektorat greift auch in Stil und Verständlichkeit ein. Inhaltliche Überarbeitung, also neue Argumente oder umgebaute Gedankengänge, ist etwas Drittes und fällt schnell unter unerlaubte fremde Hilfe.
Wo die Grenze liegt und ob KI-Werkzeuge dafür zulässig sind, entscheidet deine Hochschule. Sieh in die Prüfungsordnung und die Vorgaben deines Instituts, und frag deine Betreuerin oder deinen Betreuer, wenn dort nichts Klares steht. Du unterschreibst in der Regel eine Eigenständigkeitserklärung, also solltest du vorher wissen, was sie abdeckt. Gib die KI-Nutzung an, auch für die Sprachkorrektur, wenn die Regeln das verlangen oder offen lassen. Formulierungsbeispiele stehen in KI-Nutzung in der Hausarbeit offenlegen.
Bachelorarbeit oder Masterarbeit korrigieren: die Reihenfolge
- Inhalt und Aufbau. Beantwortet die Arbeit die Forschungsfrage? Passt die Gliederung? Änderungen hier machen spätere Feinarbeit an den betroffenen Stellen hinfällig.
- Belege. Hat jede fremde Aussage einen Nachweis? Stimmen Seitenzahlen und Literaturverzeichnis? Das nimmt dir kein Korrekturwerkzeug ab.
- Wissenschaftlicher Stil. Register, Terminologie, überlange Sätze.
- Sprachkorrektur. Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung ganz am Schluss.
- Letzter Blick im Layout. Überschriften, Abbildungen, Seitenzahlen, möglichst ausgedruckt oder als PDF.
Plane dafür Zeit ein und lass den Text vor dem letzten Durchgang ein paar Tage liegen. Mit Abstand fallen dir mehr Fehler auf.
Typische Sprachfehler in Abschlussarbeiten
| Fehlerhaft | Korrekt | Regel |
|---|---|---|
| Die Studie zeigt, das die Gruppen … | Die Studie zeigt, dass die Gruppen … | „dass“ leitet den Nebensatz ein. „das“ lässt sich durch „dieses“ oder „welches“ ersetzen, hier nicht. |
| Um dies zu prüfen wurde ein Fragebogen eingesetzt. | Um dies zu prüfen, wurde ein Fragebogen eingesetzt. | Infinitivgruppen mit „um … zu“ werden durch Komma abgetrennt. |
| wegen dem hohen Aufwand | wegen des hohen Aufwands | Im geschriebenen Standarddeutsch steht „wegen“ mit Genitiv. |
| Online Umfrage, Corona Pandemie | Online-Umfrage, Corona-Pandemie | Zusammensetzungen werden nicht getrennt geschrieben, oft steht ein Bindestrich. |
| Die Anzahl der Teilnehmenden waren gering. | Die Anzahl der Teilnehmenden war gering. | Das Verb richtet sich nach dem Subjekt „Anzahl“, nicht nach dem Genitiv. |
Den eigenen Text liest man schlecht, weil man ihn schon kennt. Ein paar Handgriffe helfen, ihn wieder fremd zu machen: Ändere für den letzten Durchgang Schriftart und Zeilenabstand oder drucke den Text aus. Lies Absatz für Absatz und decke den Rest mit einem Blatt ab. Für Tippfehler kannst du auch von hinten nach vorn lesen, Satz für Satz, denn dann lenkt der Inhalt weniger ab.
Die Suchfunktion erledigt den Rest. Geh alle Stellen mit „das“ und „dass“ durch, such nach doppelten Leerzeichen und kontrolliere, ob Abkürzungen und Schreibweisen einheitlich sind, also nicht mal „E-Mail“ und mal „Email“. Lass das Literaturverzeichnis dabei nicht aus, denn auch dort sollten Namen und Jahreszahlen mit den Verweisen im Text übereinstimmen.
Wissenschaftlicher Stil: Was geändert wird und was nicht
Wissenschaftlich schreiben heißt nicht, kompliziert zu schreiben. Es heißt, genau, nachprüfbar und ohne Alltagston zu schreiben. Auf vier Punkte solltest du in deiner Abschlussarbeit achten:
- Umgangssprache. „Jede Menge Studien“ wird zu „zahlreiche Studien“, „ein super Ergebnis“ zu „ein gutes Ergebnis“.
- Ich-Form. „Ich habe die Interviews ausgewertet“ wird oft zu „Die Interviews wurden ausgewertet“. Das handhaben die Fächer unterschiedlich. Manche erlauben die Ich-Form oder erwarten sie, wenn du deine eigene Position darlegst. Dann gilt die Vorgabe deines Fachs.
- Schwankende Begriffe. Wenn dieselbe Gruppe mal „Probanden“, mal „Teilnehmende“ und mal „Befragte“ heißt, fragt sich der Leser, ob drei verschiedene Gruppen gemeint sind. Entscheide dich für einen Begriff.
- Überlange Sätze. Ein Satz mit vierzig Wörtern und drei Nebensätzen lässt sich meist in zwei teilen, ohne dass ein Gedanke verloren geht.
Mindestens so wichtig ist, was unverändert bleiben muss. Das betrifft vor allem vorsichtige Formulierungen: „kann beeinflussen“ darf nicht zu „beeinflusst“ werden, denn das wäre eine andere, stärkere Aussage. Auch wörtliche Zitate, Zahlen und Fundstellen dürfen sich nicht ändern.
So läuft die Korrektur im Modus „Abschlussarbeit“
- Öffne Text verbessern und wähle unter „Art der Korrektur“ den Modus „Abschlussarbeit“.
- Füg den Text ein oder lade ihn als TXT- oder DOCX-Datei bis 2 MB hoch. Kostenlos sind 3.000 Zeichen pro Text möglich, mit Pro 20.000. Beides ist weniger als eine ganze Abschlussarbeit, also arbeitest du am besten abschnitts- oder kapitelweise.
- Trag unter „Geschützte Begriffe“ ein, was genau so bleiben muss: definierte Fachbegriffe oder die Namen, die du nicht antasten lassen willst. Geschützt wird nur die exakte Form. Mehr dazu steht in Keywords und Fachbegriffe beim Umformulieren erhalten.
- Du bekommst den korrigierten Text und darunter eine Liste von Änderungen, jede mit Vorher, Nachher, einer kurzen Begründung und einer Kategorie: Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik, Stil oder Terminologie.
- Geh alles in der Ansicht „Änderungen“ durch und übernimm nur, was du nachvollziehen kannst. Wenn du etwas nicht verstehst, schau die Regel nach. Das bringt dir auch für das nächste Kapitel etwas.
Wichtig für die Kontrolle: Die Liste nennt die Änderungen, die das Modell gemeldet hat, und sie kann unvollständig sein. Vollständig ist erst die Ansicht „Änderungen“ über der Liste. Prüfe also dort, nicht nur in der Liste.
Beispiel: ein Absatz vor und nach der Korrektur
Der Absatz ist erfunden, die Korrekturen sind von Hand nach den Regeln des Modus gesetzt. Im Tool kann das Ergebnis abweichen.
Vorher:
In dieser Arbeit hab ich untersucht, ob Feedback die Motivation von Studierenden beeinflussen kann. Um dies zu prüfen wurde eine Online Umfrage mit 120 Studierenden durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, das regelmäßiges Feedback die Motivation steigern kann, was für die Lehre super wichtig ist.
Nachher:
In dieser Arbeit wurde untersucht, ob Feedback die Motivation von Studierenden beeinflussen kann. Um dies zu prüfen, wurde eine Online-Umfrage mit 120 Studierenden durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass regelmäßiges Feedback die Motivation steigern kann, was für die Lehre sehr wichtig ist.
| Vorher | Nachher | Kategorie | Begründung |
|---|---|---|---|
| hab ich untersucht | wurde untersucht | Stil | Umgangssprachliche Ich-Form durch eine unpersönliche Form ersetzt |
| prüfen wurde | prüfen, wurde | Zeichensetzung | Komma nach der Infinitivgruppe mit „um … zu“ |
| Online Umfrage | Online-Umfrage | Rechtschreibung | Zusammensetzung mit Bindestrich |
| zeigen, das | zeigen, dass | Rechtschreibung | Konjunktion „dass“ leitet den Nebensatz ein |
| super wichtig | sehr wichtig | Stil | Umgangssprache durch neutrale Wortwahl ersetzt |
Beachte, was gleich geblieben ist: die Zahl 120, die Forschungsfrage und beide Male das vorsichtige „kann“. Die Aussage wurde nicht verstärkt, und es ist nichts dazugekommen. Ob „sehr wichtig“ als Wertung in deine Arbeit gehört, bleibt eine inhaltliche Frage. Sie ist deine Entscheidung und nicht die der Korrektur.
Was du selbst prüfen musst
- Inhalt, Argumente, Quellen. Der Modus schreibt deine Arbeit nicht um und fügt keine Aussagen hinzu. Er prüft auch nicht, ob deine Thesen stimmen oder deine Belege vorhanden sind.
- Zahlen, Zitate und Abkürzungen. humai vergleicht sie nach der Korrektur mit deinem Original und warnt, wenn etwas fehlt. Personennamen prüft die Automatik im Deutschen nicht, also lies Autorennamen selbst gegen.
- Zu starke Eingriffe. Weicht ein Ergebnis stärker vom Original ab, als es bei einer Korrektur sein sollte, zeigt humai einen Hinweis an. Vergleiche die Stelle dann besonders genau und übernimm im Zweifel dein Original.
- Vorgaben deines Fachs. Zitierstil, Ich-Form und Gendern regelt dein Institut, nicht ein Korrekturwerkzeug.
Für den allgemeinen Feinschliff außerhalb der Hochschule findest du mehr in Text verbessern: Stil und Lesbarkeit. Den Satz zur KI-Nutzung musst du nicht selbst von Grund auf formulieren: Beim Ergebnis bietet humai unter „KI-Nutzung offenlegen“ einen Vorschlag an, den du an die Regeln deiner Hochschule anpasst.
Steht der Inhalt, nimm dir den ersten Abschnitt unter Text verbessern im Modus „Abschlussarbeit“ vor und prüfe jede Änderung, bevor du sie übernimmst.