Damit Keywords und Fachbegriffe beim Umformulieren erhalten bleiben, musst du sie vorher festlegen und danach kontrollieren. Ein Modell, das „mit anderen Worten“ schreiben soll, ersetzt sonst genau die Wörter, die nicht ersetzt werden dürfen, weil ein Synonym für das Modell eine gelungene Umformulierung ist.
Dieser Artikel zeigt, welche Begriffe du schützen solltest, wo die deutsche Grammatik dazwischenfunkt und wie du beim Umformulieren von Hand, im KI-Chat oder mit den „Geschützten Begriffen“ in humai vorgehst.
Warum Begriffe beim Umschreiben verloren gehen
Für ein Sprachmodell sind ähnliche Wörter oft austauschbar. Im Alltagsdeutsch stimmt das meistens. In Fachtexten kann derselbe Tausch die Aussage verändern:
| Original | Scheinbares Synonym | Was dabei passiert |
|---|---|---|
| Der Unterschied war signifikant. | Der Unterschied war deutlich. | Aus einer statistischen Aussage wird ein Eindruck. Auch ein kleiner Unterschied kann signifikant sein. |
| Der Mieter ist Besitzer der Wohnung. | Der Mieter ist Eigentümer der Wohnung. | Juristisch falsch: Besitz und Eigentum sind verschiedene Dinge. |
| Der Gewinn stieg um 4 Prozent. | Der Umsatz stieg um 4 Prozent. | Eine andere Kennzahl und damit eine andere Tatsache. |
| Was kostet eine professionelle Zahnreinigung? | Was zahlt man für die Reinigung der Zähne beim Zahnarzt? | Inhaltlich fast gleich, aber der Suchbegriff, auf den die Seite ausgerichtet ist, steht nicht mehr da. |
Dazu kommt ein zweiter Effekt: Modelle vereinheitlichen gern. Benutzt du in einer Hausarbeit zwei Begriffe bewusst für zwei verschiedene Dinge, zieht das Modell sie manchmal zu einem zusammen. Wie du sonst beim Umformulieren vorgehst, steht in Text umformulieren: So geht’s richtig.
Was du schützen solltest und was nicht
Auf deine Liste gehören vor allem:
- SEO-Keywords, auf die eine Seite ausgerichtet ist, in der Form, in der sie im Text stehen.
- Definierte Fachbegriffe, also alles, was in deinem Fach eine festgelegte Bedeutung hat: Arbeitsgedächtnis, Reliabilität, Datenschutz-Folgenabschätzung.
- Namen von Produkten, Firmen und Personen, auch ungewöhnliche Schreibweisen wie „eBay“ oder „iPhone“.
- Normen und Fundstellen wie „DIN EN ISO 9001“ oder „§ 823 BGB“.
Nicht auf die Liste gehören ganze Sätze und allgemeine Wörter. Je mehr du festnagelst, desto weniger Spielraum bleibt für eine neue Formulierung, und das Ergebnis liest sich steif. Auch das Keyword selbst braucht Augenmaß: Häufen sich Suchbegriffe unnatürlich, nennt Google das Keyword-Stuffing und führt es in seinen Spam-Richtlinien auf. Schütze Begriffe, die schon sinnvoll im Text stehen, und streu sie nicht zusätzlich ein.
Die deutsche Falle: Fälle, Großschreibung, Komposita
Im Deutschen ändert ein Keyword je nach Satz seine Form, und ein Schutz, der genau eine Zeichenfolge sucht, greift bei der anderen Form nicht. So verhält sich die Funktion in humai, die nur die exakte Form mit genau dieser Groß- und Kleinschreibung schützt:
| Geschützter Begriff | Stelle im Text | Geschützt? |
|---|---|---|
| Arbeitsgedächtnis | Das Arbeitsgedächtnis speichert … | Ja |
| Arbeitsgedächtnis | die Leistung des Arbeitsgedächtnisses | Nein, das ist der Genitiv |
| Arbeitsgedächtnis | ein Arbeitsgedächtnistraining | Nein, der Begriff steckt in einem längeren Wort |
| Soziale Marktwirtschaft | die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft | Nein, das Adjektiv ist gebeugt |
| Soziale Marktwirtschaft | die soziale Marktwirtschaft | Nein, die Kleinschreibung weicht ab |
| DSGVO | Das Tool ist DSGVO-konform. | Ja, der Bindestrich trennt den Begriff ab |
Daraus ergibt sich eine einfache Arbeitsweise: Such in deinem Text nach dem Wortstamm und trag jede Form, die wirklich vorkommt, einzeln ein, also „Arbeitsgedächtnis“ und „Arbeitsgedächtnisses“. Vergiss auch den Satzanfang nicht, denn „Agile Methoden“ und „agile Methoden“ sind für den Schutz zwei verschiedene Einträge.
So entsteht eine brauchbare Liste in drei Schritten:
- Sammeln. Bei einem SEO-Text sind das das Haupt-Keyword und die wichtigsten Nebenbegriffe aus deinem Briefing. Bei einer Hausarbeit schaust du in deine Definitionen und in die Überschriften. Dort stehen die Begriffe, die im Fach feststehen.
- Abgleichen. Such jeden Begriff im Text und notiere die Formen, die dort wirklich vorkommen. Was gar nicht vorkommt, fällt von der Liste.
- Kürzen. Frag bei jedem Eintrag: Wäre ein Synonym hier wirklich falsch? Wenn nicht, streich ihn. Im Free-Plan zwingt dich das Limit ohnehin dazu, und für den Text ist es ebenfalls besser.
Von Hand und im KI-Chat
Beim Umformulieren von Hand hilft ein Durchgang vorab: Markiere die Begriffe im Original und formuliere um sie herum. Stell den Satz um, statt das Wort zu tauschen, dann bleibt der Begriff von selbst stehen.
In einem allgemeinen KI-Chat kannst du die Begriffe mitgeben:
Formuliere den Text um. Diese Begriffe müssen Wort für Wort und in derselben Form erhalten bleiben: „Datenschutz-Folgenabschätzung“, „Art. 35 DSGVO“. Tausche sie nicht gegen Synonyme aus und ergänze keine neuen Inhalte. Text: …
Das ist nur eine Bitte an das Modell, und sie wird nicht immer befolgt, schon gar nicht in langen Texten. Prüfe das Ergebnis deshalb mit der Suchfunktion deines Editors (Strg+F oder Cmd+F): Jeder Begriff sollte so oft vorkommen, wie du es erwartest.
So funktionieren „Geschützte Begriffe“ in humai
Die Funktion steht allen offen und liegt unter dem Eingabefeld, sowohl im Humanizer als auch beim Umformulieren und in der Korrektur unter Text verbessern. Im Free-Plan sind es 5 Begriffe, mit Pro 30. Jeder Begriff hat 2 bis 80 Zeichen, und deine Liste bleibt in diesem Browser gespeichert.
Der Unterschied zum Prompt: humai ersetzt jedes Vorkommen des Begriffs durch einen Platzhalter, bevor der Text an das Modell geht, und setzt danach den Originalbegriff wieder ein. Das Modell bekommt den Begriff also gar nicht zu sehen und kann ihn nicht umformulieren. Geht ein Platzhalter trotzdem verloren oder taucht doppelt auf, setzt humai ein, was vorhanden ist, und zeigt eine Warnung mit den betroffenen Begriffen an. Begriffe aus deiner Liste, die im Text gar nicht vorkommen, haben keine Wirkung und lösen auch keine Warnung aus.
Das hat eine Kehrseite, die du kennen solltest. Weil das Modell das Wort nicht sieht, kennt es auch sein Genus und seine Bedeutung nicht sicher. Artikel und Endungen passen deshalb manchmal nicht. Lies die Sätze rund um einen geschützten Begriff also noch einmal auf Artikel und Endungen durch. Die Korrektur unter Text verbessern hilft dabei als letzter Schritt.
Vorher-nachher: ein Satz, zwei Ergebnisse
Das Beispiel ist von Hand formuliert und zeigt den typischen Effekt. Original:
Bei der Verarbeitung von Gesundheitsdaten ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO verpflichtend, wenn ein hohes Risiko besteht.
Ohne Schutz kann daraus Folgendes werden:
Sobald Gesundheitsdaten verarbeitet werden und große Gefahren drohen, muss eine Risikoanalyse für den Datenschutz gemacht werden.
Der Satz klingt flüssig, aber „Risikoanalyse“ ist nicht der Begriff aus dem Gesetz, und die Fundstelle fehlt. Wer danach sucht oder prüft, findet weder das eine noch das andere.
Mit Schutz für „Datenschutz-Folgenabschätzung“ und „Art. 35 DSGVO“:
Besteht bei der Verarbeitung von Gesundheitsdaten ein hohes Risiko, ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO Pflicht.
Satzbau und Wortwahl sind neu, beide Begriffe stehen unverändert da, und die Bedingung „hohes Risiko“ ist erhalten. Der Platzhalter steht immer für genau eine Form. Der neue Satz muss also so gebaut sein, dass diese Form passt.
Das Gleiche im SEO-Text: Aus „Was kostet eine professionelle Zahnreinigung?“ wird mit dem geschützten Begriff „professionelle Zahnreinigung“ zum Beispiel „Wie teuer ist eine professionelle Zahnreinigung?“. Die Form „einer professionellen Zahnreinigung“ wäre dagegen ein eigener Eintrag.
Kurze Kontrolle nach dem Umformulieren
- Such jeden Begriff im Ergebnis und vergleiche die Anzahl mit dem Original.
- Prüfe Artikel und Endungen rund um geschützte Begriffe.
- Sieh dir an, ob zwei Begriffe, die du unterschieden hast, noch getrennt sind.
- Vergleiche Zahlen, Zitate und Namen. humai prüft beim Umformulieren und im Humanizer automatisch Zahlen, Zitate und Abkürzungen wie NATO und warnt, wenn etwas davon fehlt. Personennamen prüft es im Deutschen nicht, sie gehören also auf deine Liste oder in deinen Lesedurchgang.
- Bei fremden Gedanken bleibt die Quellenangabe Pflicht, auch wenn alle Wörter neu sind. Bei Hausarbeiten gelten die Regeln deiner Hochschule, und die KI-Nutzung gibst du an, wie in KI-Nutzung in der Hausarbeit offenlegen beschrieben.